Stammtisch: 20. Februar

Hotel "Zur Glashütte" in der Segeberger Chaussee 309 in 22851 Norderstedt

Thema des Tages: Als die Bahnpost noch verkehrte. Ergänzt durch den Stückgut-Verkehr.


Mit Bahnpost als Thema wurde es nicht ganz so Gelb wie zu befürchten war.

Aber sehenswertes gab es eine Menge:
Da war zum Beispiel ein Ferngesteuerter Postbus, der im inneren unserer Anlage unterwegs war.

Verschiedene VW-Käfer und VW-Bulli. Scherzhaft auch mal mit einem Anhänger wie sie auf Bahnhöfen von Batterie-Karren gezogen wurden.

Und eine echte Schirmmütze eines ehem Postbeamten.


Bereits im Jahre 1904 gab es eine Kraftpost-Haltestelle in Niedersachsen, die mit Omnibussen bedient wurde. Der kombinierte Personen- Posttransport inkl. einem rollenden Briefkasten erschloss ländliche Gebiete. Wobei es ein starkes Nord-Süd-Gefälle gab. Während in Norddeutschland ein dichtes Eisenbahn-Netz gab, konnte die Landkraftpost im Süden Ihre Stärke ausspielen.

Nach dem 2. Weltkrieg übernahm in Westdeutschland die Deutsche Bundespost die Postbusse. Von 1965 bis zur Einstellung 1985 wurde die Bezeichnung Postreisedienst verwendet.

An diesem Abend wurde der Bus mit einer Fernsteuerung auf der Anlage auf die Reise geschickt. Mehrere Stammtischler versuchten sich und konnten teilweise froh sein, dass keine Polizei in der Nähe war, sonnst hätte der eine oder andere wohl Pusten müssen...


Die BR 140 (Märklin 37408) mit der Verwitterten Orient-Rot-Optik war an diesem Abend mit einem Schönen Güterzug unterwegs. Damit war das Thema Stückgut sehr ansehnlich vertreten.

Einer der angehängten Wagen ist ein Schiebeplanenwagen der Slowakischen Staatsbahn für den Transport witterungsempfindlicher Güter.


Svens Epoche VI Güterzug zeigt eine schöne - Mischung an Güterwagen:
Am Anfang des Zuge sehen wir zwei 4-Achsige Großraum-Schiebewandwagen der Dänischen Staatsbahnen (DSB) mit jeweils 26,7 cm Länge (Märklin 48057 & 48054). Das Stahlgrau betont die Alterung der Lok zusäztlich. Desweiteren finden wir in dem Zug einen Märklin Sonderwagen der MHI-Regionaltagung 2025 (46418), ein Sonderwagen Info-Tage 2022 (48352).
Ein Jahreswagen 2017 (48167) und ein Schiebeplanenwagen GATX (47231).


Wo wir gerade bei der Epoche 6 sind: Ein Zug der Bahnbau Gruppe erinnerte durch die Gelbe Farbe an das Post Thema des Abends.

Die Lok aus der Märklin Zugpackung "Bahnbau Gruppe" (Art.Nr. 26621) - eine Köf III (Baureihe 335) - zog zwei Selbstentladewagen Leonhard Weiss (Märklin Museumswagen 2025 - Art.Nr. 48125).


Kein Stückgut, sondern ein Schüttgut-Güterzug war auch präsent an diesem Abend, was ich aber nicht als Störend, sondern als Auflockerung wahr genommen habe.

Eine Baureihe 42.90 - von Märklin unter der Art.Nr. 39160 im Jahr 2001 als Insider-Lok auf den Markt gebracht, wurde gealtert, was dem Modell sehr gut getan hat. Beim Vorbild gab es diese Lok nur zwei Mal. Die Deutsche Bundesbahn ließ 1951 zwei Baureihe 52 Loks mit Franco-Crosti-Vorwärmkesseln ausstatten. Das Ergebnis hatte eine erhöhte Achslast und das führte dazu, dass diese Loks in der Baureihe 42.90 eingereiht wurden.

Die Lok zieht einen Ganzzug aus verschiedenen Omm Güterwagen, die alle mit Kohle beladen sind.

 


Die offenen Güterwagen sind teilweise original Märklin Wagen und teilweise von einem Profi gealterte und beladene Modelle. Man sieht deutlich den Unterschied und hofft, dass der Meister sich irgendwann noch mal Zeit für die anderen Wagen nimmt.

Beim Original gab es verschiedene Versionen mit Ladekapazitäten von 15 t bis ca. 26,5 t Zuladung in so einen Wagen. Wagen mit bis zu 15 t haben das Gattungszeichen "O", bei einer Lademasse bis 20 t ist es "Om" und ab 20 t lautet das Zeichen "Omm". Wagen wie diese benötigen zum Entladen keinen Tiefbunker und waren daher lange Jahre aus dem Kohletransport nicht weg zu denken.


BR 216 025-7 mit 24 cm Blechwagen. Märklin Modell 3075 wurde von 1968 bis 1978 produziert - dies müsste die Version von 1973-1977 sein. Die drei D-Zug Wagen (4022 und 4023), sowie der Speisewagen 4054 hatten alle Innenbeleuchtung und waren gut mit Preiserleins besetzt.

Dem Thema des Abends ensprechend war ein Postwagen 4047 in den Zug eingestellt. Den Postmitarbeitern war keine Innenbeleuchtung vergönnt.


BR 03 140 (Märklin Modell 37953 von 2004-2008) mit eine Behelfs-Gepäckwagen auf Basis einer Donnerbüchse der DB (Art.Nr. 48175 Insiderwagen 2025).

Dahinter ein Transportbahnpostwagen Post 2ss-t/13 (Märklin Modell 47360 von 2019-2021). Und am Ende ein Güterzug-Gepäckwagen Pwg PR14 - Märklin Modell 46986 von 2020/21.
Ein kurzer aber schöner Güterzug. Wie realistisch solche Züge damals waren weiß ich leider nicht. Aber wenn bei einer Lok eine Überführungsfahrt ansteht, dann wird man ihr das mitgegeben haben, was noch in die gleiche Richtung unterwegs war.


Die BR 18 (Märklin Modell 3093 - von 1974) - basierend auf der ehem. S3/6 die (laut Katalog) von Kennern "als die schönste Dampflok schlechthin" bezeichnet wird. Die Windschnittige Lok wurde vor vielfach vor internationalen D-Zügen u.a. auch dem Rheingold eingesetzt.

Hier war sie mit einem D-Zug aus deutlich älteren Blechwagen unterweg: Hinter der Lok ein D-Zug Gepäckwagen - Märklin 346/4. Es war damals üblich, dass ein Gepäckwagen hinter der Lok eingestellt war, damit Rauch und Kohlestaub nicht die Fahrgäste belästigten.
Dahinter kam ein Postwagen. Hierbei handelt es sich um das Märklin Modell 346/5, der von 1952-54 auf dem Markt war. Dieser Wagen sieht mir nach dem Modell aus 1954 aus, weil die Drehgestelle aus Kunststoff zu sein scheinen.

Die restlichen drei Wagen - sehen nach: 346/1 aus.

 


Die BR 38 3384 kam 1996 im Delta-Start-Set 29435 "Bioland" auf den Markt.

Hinter der Lok ein gedeckter Güterwagen Gr 20 Kassel der Deutschen Reichsbahn (Märklin Modell 4692 von 1983).
Dahinter ein Fleischmann Postwagen (Gau 91), zwei Donnerbüchsen und am Ende noch ein Gepäckwagen. Leider ist es mir nicht gelungen das Modell des Gepäckwagens zu Identifizieren.

 


Deutlich jünger ist die BR 38 1885. Sie kam mit dem Zugset "Leig-Einheit" unter der Artikelnummer 26549 im Jahr 2008 auf den Markt. Unter einer Leig-Einheit versteht man  einen "Leichtgüterzug" - eine Personenzug Lokomotive zieht einen Güterzug mit max. 10 Achsen. Die Deutsche Reichsbahn wollte damit der Konkurrenz aus Klein-Speditionen begenen. Die Idee sah vor, dass Stückgut während der fahrt sortiert werden konnte.

Um das zu erreichen, wurden zwei Güterwagen kurzgekoppelt und bekamen einen Übergang um so eine große zusammenhängende Ladefläche zu erhalten. Beim Umbau erhielten die Güterwagen kleine Fenster, eine Heizung sowie eine Innenbeleuchtung.
Einer der Wagen wurde als Eingangswagen und der andere als Ausgangswagen genutzt. Damit konnte vermieden werden die Wagen zu einem Sortierbahnhof (Stückgutumladebahnhof) zu bringen.

Auch dieser Zug führte einen Fleischmann Postwagen (Gau 91) Postwagen mit sich.


Eine BR 78 (Märklin 37073 - von 2003-2006) mit einem Post-Zug. Durch die stark steigenenden Bevölkerungszahlen im Ruhrgebiet führte die Deutsche Reichsbahn im Jahr 1932 den Ruhr Schnellverkehr ein.
Die Lokomotiven auf diesen Nahverkehrsstrecken erhielten besondere Schilder um auf den besonderen Einsatz dieser Loks hinzuweisen.


Anfang der 1950er Jahre hatte man bei der Deutschen Bundespost die Idee eigene Schnelle Postzüge zu betreiben. Dazu wurden drei 4-Achsige Bahnpostwagen gebaut, die (so die Idee damals) mit einer der zu dieser Zeit neuen V200 laufen sollten.

Da Mitarbeitern der Bundesbahn das Betreten der Postabteile untersagt war, bekamen die Steuerabteile eigene Eingänge. Die unterschiedliche Breite der Türen für die Bahn- und die Postbeamten hatte bestimmt viele Lustige / oder Gehässige Kommentare zur Folge.

Diese Wagen wurden von Sachsenmodelle unter der Art.Nr. 74696 Bahnpost-Steuerwagen 4mf auf den Markt gebracht.


Die 118 028-0 (Märklin Modell 37685 von 2016/17)  der DB zieht einen Zug aus 4-Achsigen Behelfsgepäckwagen MDyge 986 mit Sound (Märklin Modell 43992 von 2016/17).


Später zog dann BR 218 231-9 (Märklin 39180 (mit Sound) oder 39181 (ohne Sound) von 2007-2011) diesen Zug.

Die Bundesbahn hatte kurz nach ihrer Gründung mit einem Mangel an allem zu kämpfen. Um dem Mangel an 4-Achsigen Gepäckwagen zu begegnen, wurden zweiachsige Personenwagen, von denen man genug hatte, umgebaut und dabei mit Drehgestellen versehen.

Um die Stabilität der hölzernen MCi-Wagenkästen zu verstärken erhielten die Wagen ein Sprengwerk. In späteren Jahren wurden die Wagen mit Blech verkleidet.

 


Ein Bahnpostwagen auf einem Sockel. Den bekam ein langjähriger Postbeamter zum Ruhestand von seinen Kollegen, mit denen er in so einem Wagen gearbeitet hatte.


Bevor ein Zug auf Reisen gehen kann, muss er zusammengestellt werden und was für eine Lok würde sich besser eignen um einige Postwagen vom Anschlussgleis abzuholen, als eine BR 260.  Die sieht zwar aus wie eine Märklin 3065 zu erkennen an der Telex-Kupplung - Tatsächlich ist es aber die BR 260 aus dem Zugset 2690 "500 Jahre Post".

Für uns Nordlichter ein Muss - ist doch groß "MaK" an der Seite zu lesen. Die Gute stammt also aus Kiel.


Die BR 260 zieht einen Zug aus u.a. Märklin 4736 Bahnpostwagen - Postmuseumswagen 1992.

Anlässlich des 500. Geburtstags der Post brachte Märklin die Zugsets 2690 und 2890 heraus. Die anderen Wagen in diesem Zug stammen aus dem Set 2690, weil die Lok eine BR 260 der DB und nicht der Bundespost ist.


Eine Baureihe E 03 der DB in der Vorserien-Version (Märklin 39573 von 2001/02) mit einem kurzen Ganzzug aus Bahnpostwagen.

Diese zählen zu den Reisezugwagen und nicht als Güterwagen. In ihnen wurde Post nicht nur transportiert, sondern auch während der Fahrt sortiert. Eine weitere Besonderheit dieser Wagen war, dass Mitarbeiter der Bahn diese Wagen nicht betreten durften, dass war aufgrund des Briefgeheimnisses nur Mitarbeitern der Post erlaubt. Die Einstiegsräume an den Wagenenden hatten entweder keinen Zugang zum übrigen Wageninnenraum, oder es gab eine von Innen verschließbare Tür.

Oft hatten solche Bahnpostwagen eine Einwurfmöglichkeit vom Bahnsteig aus. Während der Fahrt wurde die Post zunächst gestempelt und dann nach Postleitzahlen sortiert. In der Epoche III kamen noch Postsäcke zum Einsatz, später in Epoche IV dann Kisten.

Für Briefmarkensammler interessant war, dass es ca. 25.000 verschiedene Streckenstempel gab. So ein Bahnpoststempel enthielt Angaben zur Fahrstrecke, die Nummer des Zuges und das Datum.

Die Arbeit in diesen Wagen war übrigens nicht ganz ungefährlich, insbesondere wenn besetzte Wagen rangiert wurden. Im Jahr 1953 ereigneten sich sich allein im Gebiet der DB 161 Unfälle mit 94 Verletzten. Wichtig war auch, dass abgestellte Wagen mit Personal an Bord mit einer Gelben Flagge markiert werden mussten.

Wenn Ihr jetzt ein Déjà-vu habt - zurecht. Ich habe bei mir selber abgeschrieben...

 


Im Jahr 2018 wurde die ölgefeuerte Güterzuglok 44 1315 zum Wahrzeichen des Märklineums in Göppingen.

Selbstredend brachte Märklin das Modell im Historischen Betriebszustand 1963/64 im Jahr 2021 auf den Markt. Angehängt waren an diesem Abend unter anderem:
48172 - Märklin Insiderclub Jahreswagen 2022. Davor fährt entweder der Spundwandwagen 47311, oder der Güterwagen 00779-05 (egal - es waren beide im Zug). Und davor war der Insider Club Jahreswagen 2017 eingestellt.

Die Bierwagen sollten die Stimmung aufhellen.

Bitte beachten: Wenn ihr die Bilder anklickt, dann werde Sie Euch größer angezeigt.


Irgendwie will es mir nicht so flüssig über die Zunge/Finger von 8 Stück Porsche zu schreiben, oder 16, aber das ist es was wir hier vor uns haben: einen Autotransportzug von Porsche.

Märklin 39352 - E-Lok BR 152 041-0 mit verschiedenen Porsche Wagen (2* Märklin Sonderedition 94147). Auffällig ist der fehlende Dachgarten der Lok - was aber dem Vorbild entspricht. Ich konnte zwar nichts finden, aber es muss wohl so gewesen sein, dass die Marketing Abteilung von Porsche der Meinung war, dass diese hässlichen Leitungen auf dem Dach der Lok nicht zum gewünschten Gesammtbild passen.

Also wurde die Technik nach innen verlegt (irgendwie habe ich Angst mir Vorzustellen, dass man die Leitungen einfach mit einem "Mut zur Lücke" entfernt hat). :D


Eine V200 (Märklin 3021) mit 24 cm Blechwagen (alle mit Innenbeleuchtung). Die Lok war ab 1957 im Programm - ein Klassiker.

Und ja - hinter der Lok hing ein Postwagen.


Märklin 17550 Spur 0-Postwagen aus der Bauzeit von 1935-39 mit Reichsadler-Emblem.

Er gehört zu den 24,5cm-Wagen der „Modell-Serie“, sehr verkürzt aber doch auch nah am Original der Reichsbahn.
Für den 17551 in Spur-1 gab es sogar eine Innenausstattung, ähnlich der Sitz-, Speise- oder Schlafwagen.

Für den Export wurde der Reichsadler erst schwarz und später grün überlackiert.


Text und Bilder: JK

Schlusslicht

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